Zahlungsziele
KW 22/23
Das Thema heute: Zahlungsmoral der Kundschaft.
Einige wissen das noch/schon. Ich mache dieses Geschäft seit 1997. In den letzten 14 Jahren hat sich vieles verändert.
Eines ganz besonders. Die Zahlungsmoral der Kundschaft.
Wir sind einmal durch unsere Kundenliste gegangen. Ob Konzerne, der Mittelstand oder auch ein kleines Bauunternehmen. So gut wie alle zahlen Eure Rechnungen nicht immer pünktlich. Die Konzerne schlimmer als die kleineren Firmen.
Was wollen wir damit sagen? Ihr bekommt Euer Geld! Jedoch verlasst Euch nicht immer auf das, was unten als Bezahldatum/Termin steht. Denn das Zahlungsziel ist leider für viele Baufirmen nur noch ein Empfehlungstermin. Wir machen alles, was möglich ist, damit Ihr Euer Geld relativ zeitnah auf Euren Konten habt. Doch wir können die Buchhaltungen, wie z.B. Bilfinger nur höflich bitten aber nichts fordern. Bedenkt, uns ist es sehr gelegen, das Ihr Euer Geld bekommt. Denn erst IHR dann WIR. Das ist der Vertrag den wir haben.
Was ist denn da draußen los? Warum zahlen die Kunden so schlecht? Das war doch früher nicht so!
Nach meiner/unserer Einschätzung liegt es daran, dass der Bund, die Länder, die Banken und ggf. die Generalunternehmer die Gelder verspätet freigeben. Also die Baufirmen deren Geld selber erst verspätet bekommen. Das durch die Zahlungszielverlängerung sich viel Geld sparen bzw. verdienen lässt, in dem man z.B. Überziehungszinsen einspart oder das Gelder als Guthaben länger verzinst werden. 10.000.000 Euro einen Tag länger auf der Bank, das macht einiges an Zinsen aus. Gerade die Banken spielen mit Eurem Geld. Bis zu drei Tage Geldlaufzeit (Postbank) ist in der digitalen Datenübermittlung ein Witz. Kommt da noch ein Feiertag und auch noch ein Wochenende dazwischen, machen die Banken fürs nichts tun Millionen. Ein weiteres großes Problem sind die firmeninternen Strukturen, gerade bei großen Firmen. Bis Eure Rechnung freigegeben wird, ist sie durch einige Hände gegangen!! 1997 war das anders – der Polier/Bauleiter bestellte direkt bei uns, wir sendeten oftmals die Rechnungen direkt zur Baustelle, die Rechnungen wurden dann auf der Baustelle freigegeben und die Buchhaltung hat sie dann bezahlt.
Heute geht die Rechnung erst einmal zum Einkauf, dort werden sie im System vorab geprüft unter Umständen digitalisiert, die Originalrechung geht zum Bauleiter, er gibt sie dann frei, sie geht dann zurück zum Einkauf und dann erst zur Buchhaltung. Die prüft dann ob ein Komma falsch ist oder die Rechnungsform gewahrt wurde. Und wehe einer in der Kette ist krank oder im Urlaub, dann wird die Rechnung verspätet bezahlt. Das ist der Tribut der absoluten Kontrolle, eben auch von den Finanzbehörden verursacht. Von wegen papierloses Büro – wir alle ersticken in Papier!!